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Kleiner Helmut

Anfang 2019 war unser Fahrzeugbestand in Neumünster so übersichtlich, dass wir eigentlich noch gar keine Rangierlok brauchten. Dennoch suchten wir den Kontakt, als wir in der VDMT-Liste (Verband Deutscher Museums- und Touristikbahnen) eine Verkaufsanzeige lasen. Nur wenig später waren wir uns handelseinig und der „Kleine Helmut“ – eine von der Fa. Gmeinder (Mosbach) mit der Nummer 5426 im Jahre 1969 gebaute zweiachsige Diesellok – machte sich auf den Weg in den Norden. Zu seinem 50. Geburtstag wechselte der „Kleine Helmut“ damit zum vierten Mal den Besitzer.

Zunächst ausgeliefert an die RKW-Süd (Raiffeisen Kraftfutterwerke Süd GmbH) tat die Lok zunächst fast vierzig Jahre Dienst im Werk Regensburg Osthafen. Anschließend wurde sie an die Rosenmühle GmbH in Ergolding verkauft und ging dort ihrer Rangiertätigkeit nach. Von dort holte sie der Verein SDN (Schwaben-Dampf e.V.) in den Bahnhof Neuoffingen in der Nähe von Ulm, wo sie auch den Namen „Kleiner Helmut“ erhielt. Als sich der Verein aufzulösen begann, wurde auch der Fahrzeugbestand nicht mehr benötigt. So ergab sich für uns die Chance, die hübsche kleine Lok für unser Projekt „Kulturlokschuppen Neumünster“ zu erwerben.  

Aber wie kommt eine solche Lok, die aufgrund ihrer maximalen Geschwindigkeit von 15 km/h nicht über die Schiene transportiert werden kann, vom tiefen Süden in den hohen Norden? Auf der Suche nach einem geeigneten Transporteur stießen wir auf die Fa. Auto-Ehrig, die zahlreiche Tieflader ihr Eigen nennt. Dabei hat man zwei der Fahrzeuge durch den Einbau von Schienen speziell für den Transport von Schienenfahrzeugen hergerichtet. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass das Schienenfahrzeug über eine kleine mobile Rampe per hydraulischer Seilwinde direkt vom Gleis auf den Tieflader gezogen werden kann. Wenn die räumlichen Voraussetzungen es erlauben, erspart das sowohl beim Be- als auch beim Entladen einen ansonsten erforderlichen Kran und die damit verbundenen Kosten.

Bei klirrender Kälte und Schnee wurde der „Kleine Helmut“ in Neuoffingen verladen, nach Neumünster gefahren und dort bei frostigen Wetterbedingungen abgeladen. Trotz eisiger Temperaturen sprang der Dieselmotor nach kurzer Zeit an, sodass die Lok mit eigener Kraft über die Drehscheibe in den Lokschuppen gefahren werden konnte. Dort wurde der „Kleine Helmut“ in der Folgezeit mit Blick auf die bald anstehende Hauptuntersuchung überprüft und von einem Sachverständigen begutachtet. Für eine Lok dieses Alters war der Gesamtzustand erstaunlich gut.

Neben einigen Wartungs- und kleineren Reparaturarbeiten ragte lediglich das Profil der Radreifen negativ heraus. Der vom Sachverständigen diagnostizierte „Hohllauf“ wurde durch Abdrehen auf der Unterflurdrehbank der AKN in Kaltenkirchen Ende 2019 behoben. Auch für diesen Transport kam erneut Fa. Auto-Ehrig zum Zuge, wobei auf dem Gelände der AKN beim Rangieren mit dem Tieflader höchste Präzision erforderlich war. Nach Erledigung der restlichen Fristarbeiten erhielt der „Kleine Helmut“ am 13. August 2020 seine nächste Frist sowie das neu vom EBA vergebene Halterkennzeichen „IKN“. Nun darf die Lok wieder für mehrere Jahre die inzwischen deutlich gestiegenen Rangieraufgaben unterstützen.           

Interessengemeinschaft Kulturlokschuppen Neumünster

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